Donnerstag, 17. Februar 2011

SPD will Ärzte abstrafen

man könnte meinen, die hätten den schuss nicht gehört. nein, nicht die ärzte, die von der spd, die einen solchen unsinn fordern. es ist doch evident, dass wir in deutschland einen ärztemangel haben, der sich in naher zukunft noch potenzieren wird. das gilt insbesondere für fachärzte. es dürfte heute bis zu annähernd jedem durchgedrungen sein, dass gerade letztere nur noch mittels eines mindestanteils an privat versicherten existieren können. eben da will die spd nun ansetzen? natürlich werden privat versicherte bevorzugt behandelt, jedoch nicht durch eine bessere behandlung, sondern lediglich durch die tatsache, dass in der privatsprechstunde früher termine vergeben werden können.

das ist auch völlig in ordnung und sogar erforderlich. es sind die privat versicherten, welche den bestand der praxisdichte in deutschland weniger schnell schrumpfen lassen und eine qualitativ hochwertige medizinische versorung der gesamten bevölkerung ermöglichen. insbesondere fachärzte haben sehr hohe anschaffungs- und betriebskosten, die behandlung eines gesetzlich versicherten patienten ist bereits heute nicht mehr kostendeckend - hausärzte und psychotherapeuten sind da vielleicht ausgenommen.

dazu ein beispiel: in schleswig-holstein bekommt ein augenarzt ca. 20 € für die behandlung eines gesetzlich versicherten patienten pro quartal. ja, richtig gelesen: zwanzig € im quartal. (die 10 € "praxisgebühr" ist übrigens eine kassengebühr, die muss der arzt nämlich an die gkv abführen, er hat davon nur das gemecker am tresen und den verwaltungsaufwand). 20 € also, nicht pro besuch (das wäre toll) sondern pro quartal. nun ist es eher die regel, als die ausnahme, dass ein mensch mit beschwerden mehr als ein mal im quartal zum arzt geht. tut er dies z.b. 4 mal, dann bleiben dem behandelnden augenarzt also 5 € pro behandlung. capiche, spd?

das ist die tatsächliche situation. nun kommt also die spd und sagt: bestraft die ungezogenen geldsäcke im weißen kittel für ihre gier! klar, das kommt beim kleinen (dummen) mann vielleicht gut an, würde aber als effekt haben, dass immer mehr ärzte sagen: "tschüß kv" oder gar "tschüß deutschland". wo steht der kleine (dumme) mann dann? vielleicht im überfüllten bus, um in die nächste großstadt zu einem der letzten niedergelassenen ärzte zu gelangen?

aber spaß bei seite, der braten ist leicht zu erschnuppern: der spd geht es um billigen wählerfang. sie weiß ganz genau, dass ihre abstrusen ideen nicht umsetzbar sind. allerdings haben die roten damen und herren sich hier offenbar verrechnet, so dumm ist der kleine mann nicht. jedenfalls nicht jener, der diese zeilen schreibt. ich will nicht verheimlichen, dass ich in der vergangenheit das eine oder andere mal meine stimme der spd gegeben habe. ob ich das in zukunft wieder tun werde, darf bezweifelt werden.

1 Kommentar:

  1. Das ist doch auf dem Mist unseres Freundes Karl Lauterbach gewachsen. Worauf liefe das Szenario denn hinaus? Die niedergelassenen Ärzte werden ins Ausland vergrault oder finden keine Nachfolger (ist ja schon heute so). Wo gehen die Patienten hin? In Polykliniken! (hatten wir doch schon mal irgendwo?) Das heißt dann "Zentrale Versorgung" und Ömchen Schmidt kann dann mit ihren Wehwechen von Hinterposemuckel nach Hamburg gurken. Oder eben ankratzen (kommt den Kassen ja auch billiger). Und wer es dann doch in eine Klink schafft, der spült ganz nebenbei Knete in die Tasche vom Lauterbach - der sitzt nämlich im Aufsichtsrat der Rhön-Kliniken.

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