Dienstag, 21. Dezember 2010

schnee in flensburg

und das im winter! ist ja schon irgendwie ungewöhnlich. naja, das wetter spielt eben verrückt, liegt sicher alles an dieser fiesen klimaerwärmung. ???

Dienstag, 14. Dezember 2010

Dänemark baut Hochspannungsfreileitungen zurück

In Dänemark werden alle 132-150 KV Hochspannungsfreileitungen zurückgebaut

Was wissen Sie eigentlich von Dänemark? Na? Wahrscheinlich nicht so viel, oder? Vielleicht denken Sie an "Røde Pølser", "Tuborg"-Bier oder Rote Grütze mit Sahne. Doch hat unser kleiner Nachbar im Norden uns in mancherlei Belang so einiges voraus, und das nicht (nur) in kulinarischer Hinsicht. Fortschrittlich und zukunftsorientiert ist das nordische Fünf-Millionen-Volk, was sich nicht zuletzt in einer Arbeitslosenquote von 1,4% (www.statistikbanken.dk, Juli 2008) manifestiert. Dieser Fortschritt zeigt sich u.a. auch im "Kabelhandlingsplan" vom März 2009, welchem ein Beschluss des dänischen Parlaments (Folketing) vom 04. November 2008 zu Grunde liegt. Im Original finden Sie den "Kabelhandlingsplan" als PDF-Dokument hier: http://www.energinet.dk/.../202009.pdf

In besagtem Beschluss wird festgelegt, dass
  1. alle neuen Hochspannungsleitungen bis 150 (kV) unterirdisch verlegt werden müssen sowie
  2. sämtliche Hochspannungsfreileitungen bis 150 (kV) abgebaut und ebenfalls unterirdisch verlegt werden müssen.
Die Arbeiten sollen bis ca. 2040 abgeschlossen sein. Beim Rückbau der Freileitungen werden städische Gebiete und solche mit einer relativ hohen Bevölkerungsdichte bevorzugt behandelt. Ebenfalls sollen solche Landschafts- und Naturgebiete priorisiert werden, die von "nationalen Interesse" sind. Darüber hinaus wird der aus wirtschaftlicher Sicht optimale Zeitpunkt für den Rückbau gewählt.
Das Investitionsvolumen für die vorhandenen bzw. zu schaffenden 3.250 Systemkilometer im 132-150-kV-Hochspannungsnetz werden im "Kabelhandlingsplan" mit 14,5 Milliarden Kronen (ca. 1,93 Millairden €) für den Zeitraum bis 2030 beziffert, wobei diese sich wie folgt verteilen:
  • Planung 10%
  • Material 55%
  • Bauarbeiten 35%
Auf den Systemkilometer umgebrochen bedeutet dies ein durchschnittliches Finanzierungsvolumen von ca. 590.000 €, verteilt auf 30 Jahre: 19.800 €. in diesen Kosten ist die Demontage der vorhandenen Freileitungen, die Wartung und spätere Entsorgung der Kabelsysteme sowie die Renaturierung der Landschaft bereits inbegriffen. außerdem muss beachtet werden, dass auf der Gegenseite, also für den Fall des fortgesetzten Betriebes der vorhandenen Freileitungen respektive Neuerrichtung solcher, ebenfalls Kosten anfallen. Den wesentlichsten Kostenfaktor zeichnen jedoch die hohen Leistungsverluste von Freileitungssystemen, welche etwa um den Faktor 4 höher sind als die von Erdkabeln (Quelle: "Netzverstärkungs-Trassen zur Übertragung von Windenergie: Freileitung oder Kabel?" S. 49 ff, Prof. Brakelmann, 2004).

Desweiteren findet im "Kabelhandlingsplan" eine 6%ige Abzinsung (Diskontierung) Anwendung. Dem Gesamtvolumen von 14,5 Milliarden Kronen entspricht dies einem Gegenwert (Stand 2008) von 7,7 Milliarden Kronen respektive 1,03 Milliarden €. Bricht man diese Summe auf den Systemkilometer und über den avisierten Zeitraum von 30 Jahren herunter, so ergeben sich daraus 10.514 € je km und Jahr.

Rücksicht auf die Bevölkerung

In Punkt 4.2 Nærhed til byområder, natur og landskab (Nähe zu Stadtgebieten, Natur und Landschaft) ist folgendes zu lesen: Der bruges primært landskabelige argumenter for kabellægning, men også bekymringer for huspriser og elektromagnetiske felter vejer tungt. Kabellægning opfattes af mange som en miljøneutral løsning set i forhold til luftledninger. (Es finden primär landschaftliche Argumente Anwendung, aber auch die Sorge um Hauspreise und elektromagnetische Felder wiegen schwer. Die Verlegung von Kabeln wird im Vergleich zu Freileitungen von vielen als umweltverträgliche Lösung angesehen.)

400-kV-Hochspannungsnetz

Der "Kabelhandlingsplan" sagt über das 400-kV-Hochspannungsnetz folgendes: "Sigtet er, at i takt med at udviklingen i forsyningssikkerhed, teknologi og samfundsøkonomi tilsiger det, skal alle 400 kV-forbindelser anlægges i jorden frem for på master." (Es ist avisiert, in Einklang mit der Entwicklung in Versorgungssicherheit, Technologie und Folkswirtschaft, die Erdverlegung Freieitungen vorzuziehen.)

Zum Schluss

Ich weiß nicht, wie es Ihnen nach der Lektüre dieses Beitrages geht. Obgleich ich in Dänemark gewohnt habe, des Dänischen mächtig bin und um die Innovationsfreudigkeit unserer Nachbarn im Norden weiß, so hat mich der "Kabelhandlingsplan" doch überrascht. Allerdings ist es nicht die Tatsache, dass in Dänemark möglich ist (und bereits umgesetzt wird), was in Deutschland aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht geht - beim allerbesten Willen der Energieriesen, natürlich. Ist es nicht ein Armmutszeugnis, ja muss es nicht eine Demütigung für Eon & Co sein, vom kleinen Nachbarn (5 Millionen Einwohner!) so lässig überholt, oder besser: stehen gelassen zu werden? Man fragt sich erneut: Warum ist eine der (angeblich) innovativsten und technologisch überlegensten Nationen nicht in der Lage, Stromkabel unterirdisch zu verlegen? Und man ergänzt nun: Warum geht das in Dänemark so einfach?

Ich fürchte, dass ich darauf nur wieder die eine Antwort zu finden vermag: Es geht um Geld, um viel Geld. Es geht darum, die vorhandenen Hochspannungstrassen mit Atomstrom (den haben die Dänen tatsächlich nicht) zu füttern, nicht mit konkurrierendem "Ökostrom". Es Geht darum, die Einspeisung des letzteren so lange wie möglich herauszuzögern - das erreicht man mit den quälend langen Genehmigungsverfahren von Freileitungssystemen - da spielen die Bürgerinitiativen den Stromriesen sogar in die Hand, was für den mündigen Bürger allerdings keine Argument ist, die Hände in den Schoß zu legen. Hinzu kommt, dass sich in Deutschland der Strommarkt und insbesondere die Trassen in der Hand von vier Energiekonzernen befindet und eine staatliche Kontrolle per factum nicht oder nur marginal stattfindet.

Also, was tun? Sich informieren, andere informieren, sich organisieren und für das eintreten, was aus ökonomischer, ökologischer und zukunftsorientierter Sicht Sinn macht: Sich stark machen für die Verlegung von Erdkabeln! Is' doch klar, oder?

Ergänzung

Ich habe heute eine Email an die staatliche Betreibergesellschaft des dänischen Stromnetztes geschickt. In dieser fragte ich nach einer volkswirtschaftlichen Eruierung der Betriebskosten von Kabeln kontra Freileitung. Offenbar geht in Dänemark alles ein wenig schneller als bei uns - ich habe bereits Antwort erhalten. Auf die Antwort meiner Anfrage an EON warte ich noch immer - das ist ca. 2 Wochen her...

Der Leiter der Netzplanung hat mir folgendes geschrieben: "Vi har ikke fortaget detaljerede økonomiske beregninger af om kabler til transmission er samfundsøkonomisk billigere end luftledninger. (...) Kabellægningen sker alene ud fra et politisk ønske om at forskønne landskabet." (Wir haben keine detaillierten ökonomischen Berechnungen vorgenommen, ob Kabel für die Übertragung volkswirtschaftlich billiger sind als Freileitungen. (...) Das Verlegen der Kabel geschieht alleine aus dem politischen Wunsch heraus, die Landschaft zu verschönern.) Beneidenswert! Ich bin weiß Gott kein Linker, aber da kann man doch in Versuchung geraten, sich die Verstaatlichung der Energiesysteme in Deutschland zu wünschen...

Montag, 13. Dezember 2010

bürgerinitiativen pro erdkabel

es haben sich vielerorts bürgerinitiativen gebildet, die für die unterirdische verlegung neuer hochspannungstrassen eintreten. es ist heute stand der technik und in der regel nicht unwirtschaftlicher, den erforderlichen ausbau der leitungsnetzte in form von erdkabeln zu realisieren.

lediglich bei sehr hohen spannungen (380 kv und darüber) wird der finanzielle aufwand für die errichtung den einer freileitung deutlich übersteigen. die mehrkosten lassen sich aber innerhalb der üblichen standzeiten der anlagen in der regel wieder einspielen, da die kabeltrassen erheblich geringere (ca. faktor 4) verluste beim stromtransport aufweisen. sie sind somit nebenbei auch aus diesem grunde umweltfreundlicher.

für die energiekonzerne geht die rechnung natürlich nicht so leicht auf, da der kunde die kosten für die verluste zahlen muss, nicht der energieerzeuger - der verdient sogar noch dran, da diese auf den strompreis umgelegt werden. für den netzbetreiber (das sind in deutschland die 4 großen energiekonzerne, bzw. tochtergesellschaften dieser) zählen lediglich die kosten für die errichtung einer trasse, und da sind freileitungen die billigere lösung.

hier eine auflistung der mir bekannten initiativen pro erdkabel:
kennen sie andere bürgerinitiativen? dann freue ich mich über eine nachricht: hberkner@gmx.net

bürgerinitiative "pro-erdkabel-neuss"

auch in neuss setzen bürger sich für die installation einer hochspannungsleitung in form eines erdkabels ein. dort ist es die rwe, welche die verbindung neuss - reuschenberg mittels einer 380-kv-hochspannungsfreileitung realisieren will.



zur website der bürgerinitiative "pro-erdkabel-neuss"

Freitag, 10. Dezember 2010

ungeschickter start für flensburgs designierten ob faber

er ist noch nicht im amt und gibt das geld der stadt bereits mit vollen händen aus. der designierte ob faber der dänischen minderheit ssw erwägt, seinen amtssitz vom erdgeschoss in die oberste etage des rathauses zu verlegen - geschätze kosten: 50.000 €.

unabhängig von der negativen botschaft an seine bürger - noch im wahlkampf hieß es auch auf seiten des ssw-kandidaten faber "sparen" - muss man konstatieren: bürgernähe sieht anders aus. sehr ungeschickt, herr faber...

hochspannungserdkabel kontra freileitung

sowohl hochspannungserdkabel als auch freileitungen haben sich heute in der übertragung von energie bewährt, unabhängig davon, ob es sich dabei um solche handelt, die aus fossilen oder solche, die aus regenerativen energieträgern gewonnen wird.
es ist jedoch nicht sinnvoll, die eine technik der anderen generell vergleichend gegenüberzustellen, da es sich
  1. bei der übertragung von elektrischer energie über größere entfernungen um ein sehr komplexes themengebiet handelt,
  2. die rahmenbedingungen der übertragung mit ausschlaggebend sind (dauerlast. evu-last, windlast) und
  3. die übertragungssysteme nicht von der umwelt isoliert zu betrachten sind.
punkt 1 soll hier keine weitere erläuterung finden und wird als gegeben betrachtet.

in punkt 2 finden die rahmenbedingungen dauerlast, evu-last und windlast erwähnung. unter dauerlast versteht man eine dauerhafte 100%-ige, unter evu-last eine alternierende (i.d.r. mit 70% angenommene) auslastung und unter windlast das spektrum, welches sich in abhängigkeit der windbedingungen und der damit generierten energie ergibt.

schließlich weist punkt 3 darauf hin, dass energieübertragungssysteme nicht von der umwelt isoliert zu betrachten sind. sowohl klimatische (durchschnittstemperatur, sonneneinstrahlung), als auch meteorologische (sturm, eis- und schneelasten) aber auch soziologische (akzeptanz der bevölkerung), ökonomische (zerstörung von kultur- und urlaubsflächen) und ökologische (beeinflussung der natur) faktoren spielen eine nicht zu vernachlässigende rolle. aber auch politische und unternehmerische interessen dürfen nicht außer acht gelassen werden. der einfluss von lobbyisten hebelt nur zu leicht die oben genannten faktoren aus und bestimmt den verlauf der dinge mit scheinbar ignoranter arroganz.

in der folgenden betrachtung, beschränke ich mich auf den einsatz ein hochspannungstrasse zum primären zwecke des abtransportes von windenergie und lasse die zuletzt erwähnten parameter (politische und unternehmerische interessen) außer acht. ich stütze mich hierbei auf die fundierte studie von prof. brakelmann Netzverstärkungs-Trassen zur Übertragung von Windenergie: Freileitung oder Kabel? aus dem jahre 2004, welche sich expliziet mit den rahmenbedingungen der geplanten 110kv-trasse breklum-flensburg befasst.



im umkehrschluss ist es natürlich möglich , die nachteile der jeweiligen technik aufzuzählen, was ich mir an dieser stelle aber spare. es sei lediglich erwähnt, dass insbesondere die vorteile "schutz gegen umwelteinflüsse" und "bessere wirtschaftlichkei"t des kabelsystems eklatante wirtschaftliche nachteile der freileitung beschreiben: man denke an die bilder aus dem münsterland, wo in 2005 84 strommasten unter eislast umknickten. zudem ermöglicht die kabeltrasse eine um den faktor 4 effizienterre übertragung als die freileitung und ist damit wirtschaftlicher als diese (betrachtet auf einen zeitraum von 25 jahren).

da diese nachteile einer freileitung evident und den stromkonzernen, hier namentlich eon, natürlich bekannt sind, so stellt sich die frage, warum diese an der mit so vielen mängeln behafteten, unwirtschaftlicheren technik festhalten.

es drängt sich ein schluss auf: die durch die mittels freileitungen und der daraus resultierenden verzögerung beschert den energiekonzernen "gewonnene zeit". der gewinn besteht aus den geringereren bzw. verzögerten verlusten durch einspeisungsvergütung und konkurrenz des wka-stroms. das macht die teureren freileitungssysteme für die energieriesen schlussendlich wirtschaftlicher.

eon plant 3 110-kv-freileitungstrassen in schleswig-holstein

der stromkonzern eon plant nach eigenen angaben drei 3 110-kv-freileitungstrassen in schleswig-holstein mit zusammen 130 km leitungslänge:
  1. breklum - flensburg [ nähere informationen bei eon ]
  2. heide - pöschendorf [ nähere informationen bei eon ]
  3. lübeck - göhl [ nähere informationen bei eon ]
als überschrift ist auf der seite zu lesen "windenergie braucht zügigen netzausbau". warum die eon bei der umsetzung auf freileitungen und nicht auf wesentlich schneller realisierbare erdkabel setzt und so das verfahren erheblich verzögert, ist an anderer stelle bereits diskutiert worden:
eon bremst windkraft aus

gegen alle drei geplanten trassen gibt es protest seitens der unmittelbar sowie der mittelbar betroffenen bürger, gemeinden und umweltverbänden. freileitungen mit einer spannung von 110 kv sind heute nicht mehr stand der technik, erdkabel dagegen kommen in praktisch allen nachbarländern seit nunmehr vielen jahren zum einsatz. so ist beispielsweise in dänemark die trasse århus - aalborg bereits in 2003 mit einem 400-kv-erdkabel realisiert worden (nicht 110 kv, sondern 400 kv!), um die landschaft vor der verunstaltung durch hohe strommasten zu schützen.

das geschah nicht nur zum wohle der bürger, sondern namentlich auch aus wirtschaftlichen interessen. dänemark profitiert in nicht geringem umfang vom tourismus. tourismus? halt, da war doch was? schleswig-holstein urlaubsland: "urlaub, so weit das auge reicht!"?

Donnerstag, 9. Dezember 2010

eon bremst windkraft aus

es ist nichts neues und aus sicht der eon nachvollziehbar:

eon ist selbst stromerzeuger und hat kein interesse an konkurrenz aus regenerativer energie. eon ist als netzbetreiber jedoch gesetzlich verpflichtet, für den abtransport des durch die windkraft erzeugten stromes zu sorgen. was liegt näher, als dies mit allen zur verfügung stehenden mitteln hinauszuzögern? gänzlich verhindern wird sich der ausbau der stromnetze, zwecks einspeisung der windenergie letztlich nicht lassen.

also hält die eon an der installation einer 110-kv-freileitung fest, da sie davon ausgehen kann, dass das planungsverfahren und die genehmigung einer solchen trasse wesentlich länger dauert als es im falle eines erdkabels wäre. tatsächlich ist es eon im falle der trasse breklum-flensburg gelungen, die errichtung dieser um viele jahre zu verzögern, indem der konzern stur an der freileitung festhielt. der verlegung eines erdkabels haben alle beteiligten gemeinden, grundstückseigentümer und behörden bereits in 2005 zugestimmt, sämtliche verträge und genehmigungen waren eingeholt.

als sich in 2005 die eon trotzdem nicht bewegte und an der behauptung festhielt, eine erdleitung wäre wesentlich teurer (was in einer fundierten studie von prof. brakelmann in 2004 widerlegt wurde), boten die betreiber der windkraftanlagen (wka) der gar eon an, die mehrkosten aus eigener tasche zu zahlen. die eon blieb stur - aus nachvollziehbaren gründen: es geht um geld, um viel geld, und das will die eon verdienen, möglichst viel davon, so lange wie möglich.

nun mag die tatsache verwundern, dass die eon derzeit mit der errichtung von mastfundamenten (siehe vorheriger post) beginnt, obgleich es offenbar z.t. dafür noch keine baugenehmigungen gibt und die meisten der betroffenen grundstückseigentümer sowie alle gemeinden nach wie vor gegen den bau der freileitung sind.

man kann über den grund hierfür nur spekulieren: wahrscheinlich bekommt die eon druck seitens der politik in form von androhung von konventionalstrafen. um ihrem guten willen ausdruck zu verleihen, beginnt sie nun mit der errichtung der maste, darauf hoffend, dass sie auf protest stoßen und die arbeiten wird stoppen müssen. damit hätte sie genau das erreicht, worum es der eon geht: eine weitere verzögerung des baus der trasse zwischen breklum und flensburg.

natürlich kann man auch kontra windkraft argumentieren: die immer weiter in den himmel wachsenden ungetüme tragen nicht eben zur verschönerung des landschaftbildes bei und irritieren zudem durch geräusche und schattenwurf. aus sicht der netzbetreiber, hier eon, sind die wka in dreierlei hinsicht unerfreulich: sie bedeuten konkurrenz (*), der ökostrom muss teuer vergütet und die netzkapazitäten auf kosten der netzbetreiber ausgebaut werden.

doch wenn man die regenerativen energien ausbauen und von risikobehafteten techniken wie der atomkraft abstand nehmen will, so ist man derzeit auf den windstrom angewiesen. dieser wird in zukunft zu wachsenden anteilen in offshore-windparks gewonnen werden, das landschaftsbild des ferienlandes schleswig-holstein also nicht mehr negativ beeinflussen. es gibt dazu also (noch) keine alternative. eine alternative zu der von eon gezwungenermaßen in angriff genommen freileitung gibt es sehr wohl: das erdkabel.

(*) anzumerken ist, dass eon selbst in windkraftgroßprojekte im ausland investiert.

110 kv-freileitung breklum flensburg

seit annähernd 10 jahren streiten eon und gegner der geplanten 110 kv-hochspannungs-freileitung zwischen breklum und flensburg über die errichtung der überirdischen hochspannungstrasse. eon argumentiert, dass die alternative erdkabel aus kostengründen nicht realisierbar sei, obgleich bereits in 2004 eine fundierte studie von prof. brakelmann, ein anerkannter experte für land- und seekabeltechnik, zu einem anderen ergebnis kam. die studie zeigt, dass ein erdkabel allein aus ökonomischer sicht von vorteil ist.



nun stellt eon mit der errichtung der ersten fundamente und mastfüße die gegner der freileitung scheinbar vor vollendete tatsachen. trotz der tatsache, dass für den abgebildeten mastfuss bei oxlund/ großenwiehe noch keine baugenehmigung vorliegt, agiert die eon hier auf eigene faust. laut aussage einer vertreterin der gemeinde großenwiehe muss die eon die fundamente und mastfüsse ggf. wieder zurückbauen. das scheint den stromriesen aber nicht zu schrecken, vielmehr droht dieser nun landbesitzern mit enteignung.

auch wenn das ganze aus sicht der teils bereits eingeknickten, teils müden gegner eher trübe aussieht, so wehren sich einige noch immer vehement gegen die ignorante vorgehensweise der eon. auch das bereits genehmigte planungsfesstellungsverfahren steht nach jüngsten informationen auf wackligen füßen und wird juristisch angefochten werden.

nähere informationen dazu findet man voraussichtlich demnächst auf der derzeit etwas vernachlässigten website der bewegung pro-erdkabel.

Mittwoch, 8. Dezember 2010

contextual discovery

die suche ohne suche

stellen sie sich vor, sie sitzen in einem restaurant, dessen spezialitäten sie vielleicht noch nicht so gut kennen. da meldet sich ihr handy und empfiehlt das "lammkotelett an bambussprossen mit chili soße".

das versteckt sich hinter dem kontextbezogenem finden, also contextual discovery - daran bastelt google gerade, wie marissa mayer, leiterin der consumer products bei google, heute auf der LeWeb ’10 in paris mitteilte. es wird das verhalten des users mit dem aktuellen standort gepaart, um so kontext- und ortsbezogene informationen zu präsentieren, ohne, dass der user selbst aktiv werden muss.

geht da die reise hin? zur suche ohne suche, immer und überall? wollen wir das überhaupt? und wenn nein, werden wir uns dem entziehen können? ich denke ja, das handy kann ich ausschalten und lammkotelett mag ich eh nicht.

emails machen süchtig

aha, wusst' ich's doch! emails stören den arbeitsablauf und machen sogar süchtig. mann, das is' ja 'nen ding. da bin ich ja total gefährdet!

laut einer studie von aol, fühlen sich annähernd die hälfte aller befragten vom elektro-brief abhängig.

na, wie steht's mit ihnen? hand auf's herz! haben sie nicht auch schon mal auf dem klo sitzend ihre emails gecheckt? können sie im urlaub ohne? oder stehen sie gar nachts schweißgebadet auf, um unverzüglich zu laptop, pc oder handy zu sprinten und ihr postfach zu checken? dann sind's sie's auch: emailabhängig.

da hilft nur eines: kaltentzug! kündigen sie alle email-accounts, verschenken sie ihre hardware an den neffen (der freut sich) oder noch besser: geben sie den ganzen raffel zum elektroschrott. so gefährden sie ihre mitmenschen nicht.

seo spammer

auch dies eine spam-mail, wenngleich nicht sofort als solche zu erkennen:

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We are looking forward starting a long and healthy business relationship with you.
We will be happy to AMAZE you with our work. I will really appreciate if you please let me know your link building requirement.

Kind Regards,

Sameer

P.S. This is an advertisement and a promotional mail strictly on the guidelines of CAN-SPAM act of 2003 .
We have clearly mentioned the source mail-id of this mail, also clearly mentioned the subject lines and they are in no way misleading in any form. We have found your mail address through our own efforts on the web search and not through any illegal way. If you find this mail unsolicited, please reply with "Remove" in the subject line and we will take care that you do not receive any further promotional mail.



natürlich muss man sich fragen, wie ein inder, obgleich einer der 96 experten, der deutschen sprache sehr wahrscheinlich gar nicht oder höchstens minimal mächtig, wie dieser inder also deutsche seo-texte verfassen will? mit dem google-translation-tool? ;-)

macht man sich die mühe, auf die website [ http://new-media-service-india.com/ ] zu blicken, welche man der emailadresse des absenders entnehmen kann, dann verwundert weiter, dass es außer einer billigen startseite keine weiteren gibt, keine referenzen, nix. außerdem kein title-tag, kein alexa-ranking und ein pr von 0/10. tolle seo-kiste...