Montag, 22. November 2010

ob-wahl in flensburg

im norden was neues!

seit gestern abend steht fest, dass ein vertreter der dänischen minderheit die wahl zum oberbürgermeister gewonnen hat - eine kleine sensation. obgleich der ssw (südschleswigsche wählerverband - die politische vertretung der dänischen minderheit) schon immer zu einer der festen politischen größen in der fördestadt gezählt werden musste, so kommt das ergebnis der stichwahl zwischen dem ssw-kandidaten simon faber und der parteilosen, von cdu und grünen unterstützen, elfi heesch doch unerwartet. [ das wahlergebnis der ob-wahl vom 31.01. finden sie hier: http://db.flensburg.de/wahlergebnisse/flensburg/OB2010.html ]

noch bei der oberbürgermeisterwahl am 31.10.2010 lag faber mit 19,4% deutlich hinter heesch (25,1%) zurück, verwies die schwarz-grüne bei der gestrigen stichwahl aber ebenso deutlich wie überraschend auf platz 2. [ ergebnis der ob-stichwahl vom 21.11.: http://db.flensburg.de/wahlergebnisse/flensburg/StOB2010.html ]

zwei fragen drängen sich ob des ergebnisses der gestrigen wahl auf: 1. wie konnte der vertreter einer minderheit sich gegen alle parteien durchsetzen und das höchste politische amt der fördestadt gewinnen? und 2. was kann/ darf man von der tatsache, dass die geschicke flensburgs nun von einem vertreter der dänischen minderheit gelenkt werden sollen, für die fördestadt erwarten, zudem dieser mit seinen 42 jahren für ein solches amt noch recht jung ist?

die erste frage ist vergleichsweise leicht beantwortet: die äußerst geringe wahlbeteiligung von 23,3% hat faber in die hände gespielt; man kann davon ausgehen, dass sich überproportional viele ssw-wähler an der wahl beteiligt haben, um ihren kandidaten zu unterstützen. minderheiten neigen generell zu einer stärkeren politischen partizipation als majoritäten, das gilt auch für den ssw. dagegen waren die wahlkämpfer um elfi heesch offenbar nicht in der lage, genügend anhänger zu mobilisieren - den meisten flensburgern ist es offenbar egal, wer der verwaltung der fördestadt vorsteht. last but not least, dürfte auch die geschickt geführte und die neuen medien nutzende wahlkampagne des ssw'lers einen positiven einfluss auf dessen wahlresultat gehabt haben und insbesondere junge leute angesprochen haben. hier finden sie die website des wahlkämpfers simon faber: http://simon-faber.de/

die frage nach den erwartungen ist schwieriger zu beantworten. tatsache ist, dass faber über gute verbindungen nach dänemark - nicht zuletzt nach kopenhagen - verfügt, was für flensburg generell von vorteil sein dürfte. das lohnniveau in dänemark ist wesentlich höher als in deutschland, was bereits viele dänische firmen veranlasst hat, sich in flensburg und umgebung, insbesondere am standort harrislee, niederzulassen. auch lässt ein markanter facharbeitskräftemangel einige dänische unternehmer (z.b. spediteure) nach norddeutschland schielen. hier dürfte ein "däne" an der spitze der stadtverwaltung von vorteil sein.

wie der zukünftige junge ob, der sein neues amt im januar 2011 vom jetzigen oberbürgermeister teuschner übernimmt, flensburg in die zukunft steuern wird, bleibt abzuwarten - immerhin steht ihm eine erfahrene mannschaft zu seite. er selbst äußerte sich dazu wie folgt: "mit so einem tollen team kann auch aus einem musiker ein guter ob werden!" (faber hat in aarhus, dk, musik studiert.)

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