Donnerstag, 30. September 2010

motorola standort harrislee

der standort harrislee wird für dänische unternehmen zunehmend interessanter, berichtet heute das flensburger tageblatt. insbesondere die logistikbranche sei sehr an dependencen in der grenznahen und verkehrsgünstig gelgenen gemeinde.

grund hierfür seien die verhältnismäßig niedrigen lohnkosten in deuschland, besonders im niedriglohnsektor. man spare bis zu 50% - kostet eine hilfskraft in dänemark 20 euro in der stunde, so bekomme man die gleiche leistung in deutschland für rund die hälfte (stichwort mindestlohn). so können in den nächsten jahren mehrere hundert neue stellen entstehen. das ist doch schön und wir freuen uns darüber.

dem aufmerksamen leser ist natürlich nicht entgangen, dass in der überschrift die rede von motorola ist. es gibt und gab in harrislee kein motorola-werk und meines wissens ist dort auch kein solches geplant. wo liegt dann der zusammenhang? ganz einfach: in der globalisierung der märkte.

motorola hat die produktion ist ausland verlegt, um lohnkosten zu verringern und im internationalen geschäft konkurrenzfähig zu bleiben. dabei gingen im flensburger werk über mehrere jahre verteilt insgesamt etwa 3.000 arbeitsplätze verloren. auch die intervention der politik konnte an der entscheidung der motorola-spitze nichts ändern.

in dänemark passiert im grunde nichts anderes: man verlagert arbeiten aus dem bereich des niedriglohnsektors ins ausland, um lohnkosten zu sparen und konkurrenzfähig zu bleiben. es gibt allerdings eine unterschied: in dänemark gehen keine arbeitsplätze verloren; es gibt nicht ausreichend arbeitskräfte, um den bedarf der logistikbranche zu decken. die dänen haben im standort harrislee also einen doppelten vorteil: arbeitskräfte, die hier ausreichend zur verfügung stehen und zugleich niedrige lohnkosten. man mag sich fragen, warum die wirtschaftsgroßmacht deutschland das nicht auf die rehe bekommt...

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