Freitag, 10. Dezember 2010

hochspannungserdkabel kontra freileitung

sowohl hochspannungserdkabel als auch freileitungen haben sich heute in der übertragung von energie bewährt, unabhängig davon, ob es sich dabei um solche handelt, die aus fossilen oder solche, die aus regenerativen energieträgern gewonnen wird.
es ist jedoch nicht sinnvoll, die eine technik der anderen generell vergleichend gegenüberzustellen, da es sich
  1. bei der übertragung von elektrischer energie über größere entfernungen um ein sehr komplexes themengebiet handelt,
  2. die rahmenbedingungen der übertragung mit ausschlaggebend sind (dauerlast. evu-last, windlast) und
  3. die übertragungssysteme nicht von der umwelt isoliert zu betrachten sind.
punkt 1 soll hier keine weitere erläuterung finden und wird als gegeben betrachtet.

in punkt 2 finden die rahmenbedingungen dauerlast, evu-last und windlast erwähnung. unter dauerlast versteht man eine dauerhafte 100%-ige, unter evu-last eine alternierende (i.d.r. mit 70% angenommene) auslastung und unter windlast das spektrum, welches sich in abhängigkeit der windbedingungen und der damit generierten energie ergibt.

schließlich weist punkt 3 darauf hin, dass energieübertragungssysteme nicht von der umwelt isoliert zu betrachten sind. sowohl klimatische (durchschnittstemperatur, sonneneinstrahlung), als auch meteorologische (sturm, eis- und schneelasten) aber auch soziologische (akzeptanz der bevölkerung), ökonomische (zerstörung von kultur- und urlaubsflächen) und ökologische (beeinflussung der natur) faktoren spielen eine nicht zu vernachlässigende rolle. aber auch politische und unternehmerische interessen dürfen nicht außer acht gelassen werden. der einfluss von lobbyisten hebelt nur zu leicht die oben genannten faktoren aus und bestimmt den verlauf der dinge mit scheinbar ignoranter arroganz.

in der folgenden betrachtung, beschränke ich mich auf den einsatz ein hochspannungstrasse zum primären zwecke des abtransportes von windenergie und lasse die zuletzt erwähnten parameter (politische und unternehmerische interessen) außer acht. ich stütze mich hierbei auf die fundierte studie von prof. brakelmann Netzverstärkungs-Trassen zur Übertragung von Windenergie: Freileitung oder Kabel? aus dem jahre 2004, welche sich expliziet mit den rahmenbedingungen der geplanten 110kv-trasse breklum-flensburg befasst.



im umkehrschluss ist es natürlich möglich , die nachteile der jeweiligen technik aufzuzählen, was ich mir an dieser stelle aber spare. es sei lediglich erwähnt, dass insbesondere die vorteile "schutz gegen umwelteinflüsse" und "bessere wirtschaftlichkei"t des kabelsystems eklatante wirtschaftliche nachteile der freileitung beschreiben: man denke an die bilder aus dem münsterland, wo in 2005 84 strommasten unter eislast umknickten. zudem ermöglicht die kabeltrasse eine um den faktor 4 effizienterre übertragung als die freileitung und ist damit wirtschaftlicher als diese (betrachtet auf einen zeitraum von 25 jahren).

da diese nachteile einer freileitung evident und den stromkonzernen, hier namentlich eon, natürlich bekannt sind, so stellt sich die frage, warum diese an der mit so vielen mängeln behafteten, unwirtschaftlicheren technik festhalten.

es drängt sich ein schluss auf: die durch die mittels freileitungen und der daraus resultierenden verzögerung beschert den energiekonzernen "gewonnene zeit". der gewinn besteht aus den geringereren bzw. verzögerten verlusten durch einspeisungsvergütung und konkurrenz des wka-stroms. das macht die teureren freileitungssysteme für die energieriesen schlussendlich wirtschaftlicher.

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